EdelVerify bedienen: Shopware 6
Das Paket ist eingebaut, die Schlüssel sind eingetragen — und jetzt? Hier stehen die Einstellungen, die entscheiden, wie sich die Altersprüfung in Ihrem Laden verhält. Sie treffen sie einmal und danach nie wieder.
Wie das Paket überhaupt hineinkommt, steht in der Einbauanleitung für Shopware 6.
Schritt 1
Welche Ihrer Ware geprüft wird
Kaum ein Laden verkauft nur Altersbeschränktes. Neben den Spirituosen liegen Gläser, neben dem Tabak das Feuerzeug — und niemand soll für ein Feuerzeug seinen Ausweis ans Telefon halten. Deshalb legen Sie fest, welche Ware geprüft wird und ab welchem Alter.
Das sind zwei Einstellungen und nicht eine: welche Ware, und ab welchem Alter. In keinem der vier Systeme stehen sie im selben Feld, und bei Shopify nicht einmal in derselben Maske.
Erstens: welche Ware
Die Maske dafür: Erweiterungen → Meine Erweiterungen → EdelVerify → Konfiguration, Abschnitt «Was geprüft wird».
Das Feld heisst «Umfang». Ab Werk steht dort «Ganzer Shop — jeder gefüllte Warenkorb wird geprüft» — die sichere Antwort für einen reinen Spirituosen-, Tabak- oder Vape-Laden. Erst wer daneben Zubehör führt, grenzt ein.
Darunter stehen «Betroffene Kategorien» und «Betroffene Eigenschaften». Sie entscheiden, ob geprüft wird — was in keiner von beiden steht, geht ohne Prüfung durch.
Erst darunter kommen «Ausnahme: Kategorien ab 16», «Ausnahme: Eigenschaften ab 16», «Ausnahme: Kategorien ab 18» und «Ausnahme: Eigenschaften ab 18». Sie entscheiden, gegen was geprüft wird, und verschieben nur die Grenze. Eine Ware, die hier steht, aber oben nicht, wird deshalb gar nicht geprüft.
Unterkategorien zählen mit: Wer «Spirituosen» wählt, erfasst auch «Spirituosen › Gin» — und eine Unterkategorie, die Sie morgen anlegen, ist vom ersten Tag an mitgeschützt.
Für die Fälle, die in keine Kategorie passen — die eine Flasche im Geschenkkorb, das Feuerzeug mit Butanfüllung —, gibt es einen zweiten Weg: über eine Produkteigenschaft, etwa «Altersbeschränkt: ja» — sie wirkt am einzelnen Artikel.
Zweitens: ab welchem Alter
In derselben Maske steht «Altersgrenze (Vorgabe)», ab Werk «18 Jahre — Spirituosen, Tabak, Vapes». Sie gilt überall dort, wo weder eine Liste noch der Artikel selbst etwas anderes sagt. Mehr als 16 und 18 gibt es nicht zur Wahl: Geprüft wird gegen eine Schwelle, nicht auf ein Geburtsdatum — und eine Grenze, die man auf 21 stellen kann, ohne dass sie wirkt, wäre eine Lüge im Backend.
Was in derselben Maske noch steht
- Jede dieser Einstellungen lässt sich je Verkaufskanal überschreiben. Wer neben dem Schweizer Endkundenshop einen B2B-Kanal ohne Prüfung führt, stellt das dort ein und nicht global.
- Ganz oben steht «Altersprüfung aktiv», ab Werk eingeschaltet. Ausgeschaltet findet keine Prüfung statt und es geht kein Netzaufruf hinaus — das ist der einzige vorgesehene Weg, den Riegel zu öffnen.
- Unter «Feineinstellung» steht «Nachweis erneut prüfen nach (Sekunden)», ab Werk 60. Der Warenkorb wird bei jedem Seitenaufruf neu berechnet; ohne dieses Fenster liefe je Aufruf ein Netzaufruf mit. 0 heisst: jedes Mal fragen. Werte über 300 werden auf 300 gekürzt.
Zwei Regeln gelten unabhängig vom System und überraschen sonst im Betrieb: Bei gemischtem Warenkorb gilt die strengste Grenze — ein Sixpack Bier neben einer Flasche Gin macht den ganzen Warenkorb zu einem 18er-Warenkorb. Und ist eine ausgewählte Kategorie gelöscht worden oder eine Einstellung nicht lesbar, wird geprüft statt durchgelassen. Eine Prüfung zu viel kostet einen Klick, eine zu wenig kostet eine Anzeige.
Schritt 2
Wie lange eine Prüfung gilt
Wer sich einmal ausgewiesen hat, soll beim nächsten Einkauf nicht wieder den Ausweis suchen. Ab Werk gilt ein Nachweis deshalb 30 Tage. Die Zahl gehört Ihnen: Sie steht im EdelVerify-Portal unter «Einstellungen» und gilt für alle Ihre Läden.

Ein Nachweis gilt ausschliesslich bei dem Laden, für den er ausgestellt wurde — er reist nicht zu einem anderen Shop mit, auch nicht zu Ihrem eigenen zweiten. Und er gilt nur nach oben: Wer sich fürs Bier ausgewiesen hat und dann Spirituosen dazulegt, wird erneut gefragt; umgekehrt löst ein Nachweis ab 18 auch Ware ab 16 ein.
Eine kurze Frist ist nicht die vorsichtigere Einstellung, sondern die teurere: Sie schickt dieselbe Kundschaft öfter durch dieselbe Prüfung, und gezählt wird jede bestandene. Was das kostet, steht in der Preisliste.
Schritt 3
Welche Prüfwege Sie zulassen
Ein bestandener Nachweis ist nicht gleich ein bestandener Nachweis. Sie legen im Portal die Mindeststufe fest — die schwächste Stufe, die Sie noch gelten lassen. Ein stärkerer Nachweis zählt immer mit, ein schwächerer wird an Ihrer Kasse abgewiesen.

- Staatliche E-ID
- Belegt: Ein vom Bund signierter Nachweis, geprüft gegen das eidgenössische Vertrauensregister.
- Belegt nicht: Nichts, was fehlte — das ist der stärkste Nachweis, den es gibt. Er wird erst angeboten, wenn der Bund die E-ID produktiv ausgibt.
- Ausweischipab Werk
- Belegt: Dass das Dokument körperlich vorlag: Der Chip gibt nur etwas heraus, wenn ihm die abgelesenen Zeilen der Datenseite gezeigt werden.
- Belegt nicht: Für sich genommen nicht, dass das Dokument echt ist: Ein nachgebauter Chip mit abgeschriebenem Datenbestand antwortet genauso. Ob die Echtheit geprüft wurde, steht auf einer zweiten Achse daneben und wird getrennt verlangt. Und nicht, dass die meldende App unverändert ist.
- Ausweiszeilen (App)
- Belegt: Dass formal gültige Zeilen eines amtlichen Ausweises gezeigt wurden: Prüfziffern gehen auf, Bauform stimmt, Dokument nicht abgelaufen. Der Erläuternde Bericht des BSV zur Jugendschutzverordnung nennt diesen Weg ausdrücklich als geeignet. Gelesen hat sie unsere App.
- Belegt nicht: Nicht, dass das Dokument vorlag: Ein Foto der Rückseite genügt. Die Kamera unterscheidet ein Dokument nicht von seinem Abbild.
- Ausweiszeilen (Browser)
- Belegt: Dasselbe wie beim App-Weg, und nach denselben Regeln gerechnet — die Prüfziffern, die Bauform und das Ablaufdatum prüft unser Server, nicht der Browser.
- Belegt nicht: Zusätzlich zum App-Weg fehlt hier die Zusage, dass überhaupt gelesen wurde: Das Prüffenster läuft im Browser der Kundschaft, und wer es darauf anlegt, schickt gelesene Zeilen von Hand statt sie zu zeigen. Das ist die schwächste Stufe, die es gibt.
Die Reihenfolge ist keine Geschmacksfrage: Ein Chip antwortet nur dem Dokument, das ihm die abgelesenen Zeilen seiner eigenen Datenseite zeigt; eine Kamera unterscheidet ein Dokument nicht von seinem Abbild. Ab Werk steht die Mindeststufe deshalb auf «Ausweischip» — wer die schwächeren Stufen will, schaltet sie bewusst frei.
Der Preis dieser Strenge steht in derselben Maske: Alle Stufen über den Ausweiszeilen im Browser brauchen die EdelVerify-App, und die gibt es heute für Android; die Fassung fürs iPhone ist in Arbeit. Wer die schwächste Stufe abschaltet, schliesst damit einen Teil seiner Kundschaft aus — das ist eine vertretbare Entscheidung, aber nur, wenn sie mit offenen Augen fällt.
Und wie gründlich der Ausweis geprüft wird
Darunter steht eine zweite Einstellung, die verlangte Echtheitsprüfung. Sie beantwortet nicht, wie das Dokument vorgelegt wurde, sondern ob es echt ist — zwei verschiedene Fragen, die man leicht für eine hält.

- Chip und Daten belegt
- Belegt: Zusätzlich, dass der Chip den Besitz eines privaten Schlüssels nachgewiesen hat, dessen öffentliche Hälfte in den staatlich unterschriebenen Daten steht. Ein Nachbau mit abgeschriebenem Inhalt scheitert daran: Den Schlüssel kann er nicht abschreiben.
- Belegt nicht: Nicht, dass der Ausweis der Person gehört, die ihn auflegt. Ein echter, unverfälschter Ausweis in fremder Hand besteht jede Prüfung dieser Achse. Und nicht, dass die meldende App unverändert ist — dafür fehlt die Geräte-Attestierung. Diese Stufe ist die stärkste, die ein Ausweischip hergibt, und sie ist trotzdem nicht alles.
- Daten staatlich belegt
- Belegt: Dass die gelesenen Daten von einer staatlichen Ausgabestelle unterschrieben sind und deren Zertifikat auf ein Wurzelzertifikat des ausstellenden Staates zurückgeht, das wir vorher kannten. Das Geburtsdatum stammt also aus einem echten Ausweis.
- Belegt nicht: Nicht, dass der CHIP echt ist. Ein Nachbau, der einen echten Datenbestand abgeschrieben hat, besteht diese Prüfung — die Daten sind ja echt, sie stecken nur in der falschen Karte. Und nicht, dass die Person vor der Kasse die Person im Ausweis ist; das prüft kein Verfahren, das ohne Blick auf ein Gesicht auskommt.
- Ohne Echtheitsprüfungab Werk
- Belegt: Nichts über die Echtheit. Beim Chip-Weg heisst das: Ein Chip hat geantwortet, dessen Zugriffsschlüssel zu den abgelesenen Zeilen passte — das Dokument lag körperlich vor.
- Belegt nicht: Nicht, dass das Dokument echt ist. Ein nachgebauter Chip mit abgeschriebenem Datenbestand antwortet genauso. Das ist kein Verdacht gegen ein einzelnes Dokument, sondern die Beschreibung dessen, was ohne die Länderzertifikate feststeht: nichts.
Ab Werk steht hier «Ohne Echtheitsprüfung» — anders als bei der Mindeststufe also die schwächste Einstellung. Das ist kein Versehen: Eine ältere App-Fassung meldet über die Echtheit gar nichts, und ein Riegel, der ab Werk zuginge, wiese am Tag der Umstellung jede Prüfung ab, die von einem noch nicht aktualisierten Telefon kommt. Wer die Echtheit verlangen will, schaltet sie also bewusst ein — und sollte vorher wissen, dass er damit jede Kundin aussperrt, deren App noch nicht nachgezogen hat.
Schritt 4
Was Ihre Kundschaft sieht
Liegt betroffene Ware im Warenkorb, steht dort eine Schranke: ein Satz, der erklärt, worum es geht, und ein Knopf. Ihr Aussehen übernimmt sie vom Gestaltungsvorrat Ihres Ladens — sie soll nicht wie ein Fremdkörper aussehen.
Hinter dem Knopf öffnet sich das Prüffenster. Es kommt von uns und sieht in jedem Shop-System gleich aus: Ihre Kundschaft liest den Ausweis mit dem eigenen Telefon, und Ihr Laden erfährt am Ende eine einzige Angabe — kein Name, kein Geburtsdatum, keine Ausweiskopie.

Was Ihre Kundschaft dafür braucht, ist ein Ausweis mit Chip — ein Reisepass oder ein Ausländerausweis — oder, wo Sie die Ausweiszeilen zulassen, ein Dokument, dessen Zeilen am Rand lesbar sind. Eine Schweizer Identitätskarte trägt heute keinen Chip und kommt nur über die Zeilen durch.
Prüfen Sie das einmal selbst, bevor Ihre Kundschaft es tut: Der Vorführladen für Shopware 6 führt denselben Ablauf vor, mit einem Warenkorb, den Sie kaputt machen dürfen.
Schritt 5
Woran Sie später sehen, was geprüft wurde
Das Tabakproduktegesetz verlangt von Ihnen nicht, Ausweise aufzubewahren — es verlangt, dass Sie belegen können, geprüft zu haben. Der Unterschied ist der ganze Punkt: Ein Beleg, der ein Geburtsdatum enthielte, wäre kein besserer Beleg, sondern ein Datenschutzproblem obendrauf. Deshalb gibt es den Nachweis zweimal, an zwei Orten und für zwei verschiedene Fragen.
Zur einzelnen Bestellung — in Shopware
Bestellungen → Bestellung öffnen → Zusatzfelder: die Kennung der Prüfung, die durchgesetzte Grenze dieser Bestellung, der Zeitpunkt und bis wann der Nachweis galt. Eine Liste «alle geprüften Bestellungen» gibt es in der Administration nicht — für Auswertungen ist der Weg über einen Bestell-Export.
Was dort nicht steht: Name, Geburtsdatum, Ausweisnummer. Ihr Laden erfährt sie nie. Und der Nachweis selbst steht dort auch nicht — er gilt so lange, wie Sie es in Schritt 2 eingestellt haben, ab Werk 30 Tage, und wirkt in dieser Zeit wie ein Passwort: Wer ihn abliest, könnte damit in Ihrem Laden bestellen.
Über alle Prüfungen — im EdelVerify-Portal
Unter Prüfungen stehen die letzten Prüfungen Ihres Kontos mit Stand, verlangter Grenze, Prüfweg und Zeitpunkt. Darüber steht «Als CSV herunterladen» — bis zu 5000 Zeilen als Datei, mit Zeitpunkt, Betriebsart, verlangter Grenze, Ergebnis, Weg und Echtheitsstufe. Das ist der Beleg zum Mitnehmen, wenn jemand fragt.
Eine Spalte darin lohnt einen zweiten Blick, bevor jemand fragt: Betriebsart. Ein Laden mit Testschlüsseln sieht von aussen aus wie jeder andere — nur schaltet die Prüfung dort nach vier Sekunden von selbst auf «bestanden», ohne Chip, ohne Kamera, ohne Ausweis. Steht in dieser Spalte «Test», prüft Ihr Laden nichts — tragen Sie dann die Live-Schlüssel ein.
Beide Belege sagen dasselbe aus verschiedener Richtung: Der eine gehört zu einer Bestellung, der andere zu Ihrem Konto. Für eine Nachfrage zu einem einzelnen Auftrag brauchen Sie den ersten, für eine Kontrolle über einen Zeitraum den zweiten.
Etwas stimmt nicht?
Der Prüfplan für Shopware 6 geht den Einbau Punkt für Punkt durch. Geht ein Punkt nicht durch, schicken Sie ihn uns mit seiner Nummer — dann wissen wir sofort, wo wir suchen.